Pilotseminar zu Chemie 4.0: Spaß und Lernerfolg müssen sich nicht ausschließen

Am 21. und 22. März fand das Pilotseminar zu „Chemie 4.0 – Was kommt konkret auf ChemikerInnen in der Chemie 4.0 zu“ in Frankfurt statt. Neben Forenbeiträgen prägte der Austausch der Teilnehmer von Berlin bis Liechtenstein aus Chemie, Kunststoffherstellern, Medizintechnik und Pharma in Kleingruppen das Bild

Der Eindruck, (gerade) die Chemie und speziell der Mittelstand seien mit der Digitalisierung und der Führung ihrer Mitarbeiterinnen durch die digitale Transformation hinterher, wurde dabei relativiert – aber nicht in dem Sinn, wie Sie vielleicht vermuten:

Die Nachbarbranchen leiden unter denselben Phänomenen, einschließlich ihrer Ursachen. Wenn in diesem Zusammenhang die Sprache sofort auf die Führungsebene kommt, ist das nicht zufällig

Aber nicht nur dort, sondern auch in der Breite muss das Bewusstsein geschaffen werden, dass Veränderung nicht ein „Mehr“, sondern einen „Tausch“ erfordert. Die Schwierigkeiten der ChemikerInnen sich vorzustellen, dass „neue“ KollegInnen Arbeiten übernehmen, die dafür besser geeignet sind, um sich selbst mehr auf eigene Stärken zu konzentrieren, zeigte sich in allen Kleingruppenergebnissen übereinstimmend

„Der Chemiker teilt nicht gerne“ wurde wieder einmal bestätigt

Beim Modellieren der künftigen Jobs eines Betriebsleiters und eines Laborleiters wurden zwar Fokustätigkeiten mit wachsendem Anteil und steigender Bedeutung identifiziert, das Abgeben von Nicht-Kernaufgaben kam aber deutlich zu kurz. Lieber sollten sie durch Automatisierung und Digitalisierung angenehmer für die Betroffenen werden. Dabei sind seit mind. 20 Jahren genügend neuartige Spezialistenjobs in der Chemie geschaffen worden, die ChemikerInnen Aufgaben jenseits ihrer Kernkompetenzen abnehmen: EHS Manager, Business Analysten, Chief Digitization Officer usw.

Dass digitale Transformation vor allem Kopfsache ist, zeigt u.a. das Beispiel in der Gruppe, die sich überdurchschnittlich gut mit Lean Management auskannte: Das Prinzip der Abschaffung der nicht Wert schöpfenden Schritte in P R O Z E S S E N musste – ja „durfte“ – nicht explizit erwähnt werden. Im eigenen J O B mit Hilfe der Digitalisierung dagegen genauso „aufzuräumen“, sorgte dagegen für eine sehr gewinnbringende Diskussion und für ein Aha-Erlebnis für alle Beteiligten!

2019-04-02T08:16:31+02:00
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